Gigaset plädiert für praktikable Interoperabilität im Android-Ökosystem

Gigaset begrüßt die Bestrebungen der Europäischen Kommission, mit dem Digital Markets Act (DMA) fairen Wettbewerb und mehr Interoperabilität im Android-Ökosystem zu fördern. Gleichzeitig weist das Unternehmen darauf hin, dass regulatorische Vorgaben technisch praktikabel und verhältnismäßig ausgestaltet werden müssen, um eine stabile, sichere und bezahlbare Nutzererfahrung sicherzustellen.

Als einer der wenigen Smartphone-Hersteller mit Produktion in Europa unterstützt Gigaset ein offenes digitales Ökosystem, das Innovation und Wahlfreiheit für Verbraucher stärkt. In seiner Stellungnahme zur laufenden Konsultation der Europäischen Kommission betont das Unternehmen jedoch, dass neue regulatorische Anforderungen die technischen Gegebenheiten unterschiedlicher Geräteklassen berücksichtigen müssen.

Besonders kritisch sieht Gigaset mögliche Vorgaben, nach denen mehrere virtuelle Assistenten gleichzeitig dauerhaft aktiv sein müssten. Eine parallele Verarbeitung von Sprachaktivierungen im Hintergrund könnte Geräteperformance, Akkulaufzeit und Systemstabilität erheblich beeinträchtigen – insbesondere bei Smartphones im Mittelklasse-Segment.

Gigaset spricht sich daher für einen ausgewogenen Ansatz aus, bei dem Drittanbieter-Dienste über standardisierte Schnittstellen in Android integriert werden können. Gleichzeitig müsse die Kontrolle über Systemressourcen, Hintergrundprozesse sowie sensible Hardware- und Sicherheitsfunktionen weiterhin bei den Geräteherstellern verbleiben. Tiefe Eingriffe in Betriebssystemfunktionen sollten dabei nicht verpflichtend vorgeschrieben werden, sofern diese Funktionen nicht bereits über etablierte Android-Schnittstellen zugänglich sind.

Aus Sicht von Gigaset sollten regulatorische Vorgaben Verbraucher nicht indirekt belasten – etwa durch höhere Gerätepreise, verkürzte Akkulaufzeiten oder eine eingeschränkte Nutzererfahrung. Ziel müsse ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Offenheit, Sicherheit, Performance und Alltagstauglichkeit sein.

Gigaset sieht in offenen digitalen Ökosystemen eine wichtige Grundlage für Innovation und Wettbewerb in Europa. Entscheidend sei jedoch, dass neue regulatorische Anforderungen technisch realisierbar bleiben und die Leistungsfähigkeit moderner Endgeräte langfristig sichern.

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